Patienteninformationen



Ein Trainingsprogramm hat einen positiven Effekt bei Patienten mit Arthritis der Knie.

Das Department of Rheumatology in Kopenhagen untersuchte den Effekt eines Trainingsprogrammes bei Patienten mit schwerer Osteoarthritis der Knie. Die 25 teilnehmenden Patienten wurden dabei in 2 Gruppen unterteilt: eine Trainingsgruppe und eine Kontrollgruppe. Die Trainingsgruppe trainierte 2 x wöchentlich für 3 Monate. Das Übungsprogramm beinhaltete Kräftigungsübungen der unteren Extremität, Koordinationsübungen sowie ein Heimprogramm. Nach drei Monaten und nach einem Jahr wurden die Gruppen bezüglich der Muskelkraft der unteren Extremität, ihrer Funktions-einschränkung, den Schmerzen und der Laufgeschwindigkeit verglichen. Die Trainingsgruppe erzielte dabei gegenüber der Kontrollgruppe folgende Ergebnisse:
- die Kraft verbesserte sich um durchschnittlich 20%
- die Funktionsfähigkeit verbesserte sich signifikant
- die Laufgeschwindigkeit erhöhte sich um durchschnittlich 13%
- die Häufigkeit der Krepitationen verringerte sich signifikant

Die Autoren schliessen aus diesen Ergebnissen, dass ein Trainings-programm der unteren Extremität einen positiven Effekt auf Patienten mit starker Arthritis der Knie hat.

Archives of Physical Medicine and Rehabilitation, Volume 79, Issue 11, Pages 1421-1427 H. Røgind, B. Bibow-Nielsen, B. Jensen, H. Møller, H. Frimodt-Møller, H. Bliddal

Training hält den Knorpel glatt. Studie: Therapie verhindert Arthrose nach Meniskusresektion.

Üben, je häufiger umso besser – so jedenfalls lässt sich die Gefahr der Entwicklung einer Osteoarthrose nach Meniskusentfernung vermindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine in der Zeitschrift Arthritis & Rheumatism (2005, Vol.52) veröffentlichte Studie der Universitäten Lund und Malmö. Vor drei bis fünf Jahren hatten alle 45 Studienteilnehmer eine Teilresektion des medialen Meniskus über sich ergehen lassen. In zwei Gruppen eingeteilt musste der eine Teil der untersuchten Patienten vier Monate lang dreimal wöchentlich ein Übungsprogramm absolvieren. Die übrigen Probanden dienten als Kontrollgruppe. Um die Knorpelqualität festzustellen, bestimmten die schwedischen Forscher zu Beginn der Untersuchung und nach Abschluss der Behandlung die Knorpelqualität der Kniepatienten mit Hilfe des "delayed gadolinium-enhanced magnetic resonance imaging of cartilage" (dGEMRIC).

Die Trainingsteilnehmer zeigten ein deutlich besseres Knorpelbild als ihre unbehandelten Leidensgenossen. Wer häufiger geübt hatte, konnte die besten Ergebnisse erzielen. Ewa M. Roos und Leif Dahlberg, die Autoren der Studie, empfehlen deshalb Meniskus-Patienten ein regelmäßiges angeleitetes Training zur Verbesserung der Kniefunktion und Vermeidung von arthrotischen Folgeschäden.

Peter Appuhn (physio.de)

Exzentrisches Wadenmuskeltraining ist effektiv bei chronischer Tendinose der Achillessehne

Verletzungen der Achillessehne mit nachfolgender Chronifizierung sind eine häufig auftretende, schwierig zu behandelnde Pathologie, die insbesondere bei Laufsportarten auftritt. In dieser Studie wurde untersucht, ob ein intensives exzentrisches Wadenmuskeltraining einen positiven Effekt bei Patienten mit einer sogenannten Tendinose der Achillessehne hat.
Dazu wurden 108 Patienten in zwei Gruppen unterteilt:

1. Gruppe (78 Pat):
- Schmerzen im mittleren Bereich (2 – 6cm vom Ansatz entfernt) der Achillessehne seit mind. 3 Monaten
- knotige, schmerzhafte Verdickung in diesem Bereich


2. Gruppe (30 Pat)
- Schmerzen im Sehnenansatzbereich seit mindestens 3 Monaten
Sämtliche Probanten beider Gruppen konnten ihre erwünschte Aktivität auf Grund der Symptomatik nicht durchführen. Alle Patienten hatten vorausgehend mit Sport pausiert, die meisten hatten erfolglos andere Therapieansätze versucht.

Intervention:
Das Trainingsprogramm erstreckte sich über 12 Wochen. Die Probanten absolvierten je 3x15 Wiederholungen, 2x täglich an 7 Tagen in der Woche. Die Patienten standen mit dem Fussballen auf einer Stufe und senkten den Fuss unter Körpergewichtsbelastung aus voller Plantarflexion in volle Dorsalflexion exzentrisch ab. Der Rückweg in Dorsalflexion erfolgte mithilfe des anderen Beins oder der Arme unter Entlastung des zu trainierenden Beines. Die Übungen wurden mit gestrecktem und leicht flektiertem Knie ausgeführt. Die Patienten wurden aufgeklärt, dass die Übungen schmerzhaft werden würden, sie jedoch aufhören sollten, falls sie durch die ausgelösten Schmerzen behindert werden sollten. Muskelschmerzen während der ersten ein oder zwei Wochen sind zu erwarten. Um die Belastung zu Steigern, benutzen die Probanten einen Rucksack mit Zusatzgewicht oder – falls notwendig – eine Trainingsmaschine. Während der 12 Wochen waren sowohl Gehen als auch Radfahren erlaubt, so lange dabei nur leichte Schmerzen auftraten. Leichtes Jogging in der Ebene war unter den gleichen Voraussetzungen nach 4 bis 6 Wochen erlaubt.

Resultate:

Gruppe 1:
-zufriedenstellende Ergebnisse in 90 von 101 Sehnen (signifikant gesunkene Schmerzintensität)
-unbefriedigende Ergebnisse in 11 von 101 Sehnen


Guppe 2 :
- zufriedenstellende Ergebnisse in 10 von 31 Sehnen
- unbefriedigende Ergebnisse in 21 von 31 Sehnen

Es traten keine Verletzungen in Zusammenhang mit dem Trainingsprogramm auf. In Gruppe 1 hatte ein Teilnehmer, in Gruppe 2 vier Teilnehmer nach Beendigung des Programms mehr Schmerzen als zuvor. Bei chronischen Tendinosen im mittleren Bereich der Achillessehne bestätigte sich der Erfolg eines exzentrischen Trainingsprogramms. Interessant ist, dass mit einem schmerzhaften Trainingsprogramm gute Ergebnisse bei einer schmerzhaften Sehnenpathologie zu erzielen ist.

Martin Fahlström, Per Jonsson, Ronny Lorentzon, Håkan Alfredson.
Chronic Achilles tendon pain treated with eccentric calf-muscle training. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2003; 11 : 327 - 333
Universitätsklinik Umea, Schweden, Abt. Sportmedizin

Ergebnisbericht einer Praxisstudie zur Wirksamkeit von Krankengymnastik bei Skoliose

Zusammenfassung:
Die krankengymnastische Behandlungsmethode hat einen festen Stellenwert in der Therapie von Wirbelsäulenabweichungen und Erlangung von Schmerzfreiheit. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass eine Frühbehandlung bei geringen Seitabweichungen und möglichst jungen Patienten effektiv ist.

Material und Methode:
Aus 100 zufällig ausgewählten Patientenakten ab Geburtsjahr 1970 mit folgenden Diagnosen:
- Skoliose und skoliotische Fehlhaltungen
- Juvenile Osteochondrose
wurde das notwendige Datenmaterial entnommen, das Aufschluss geben sollte über die Wirksamkeit krankengymnastischer Übungsbehandlung. Als Bewertungskriterium wurden der Korrekturwinkel der Skoliose bzw. Fehlhaltung, der Beobachtungs- bzw. Behandlungs-zeitraum und Schmerzfreiheit zu Grunde gelegt sowie die Anzahl der krankengymnastischen Anwendungen.

Auswertungsergebnisse:
Durchschnittliche Altersverteilung der ausgewerteten 78 Patientenakten:
Weiblich: 18,9 Jahre (von 8 bis 28 Jahre)
Männlich: 17,4 Jahre ( von 6 bis 29 Jahre)
Die festgestellten Bereiche der Wirbelsäulenabweichungen innerhalb der Patietengruppe sind in Abbildung 1 dargestellt.

Angaben in Grad Männlich36 Patienten Weiblich42 Patienten
Vor der Behandlung 6 Grad – 35 Grad 5 Grad – 30 Grad
Nach der Behandlung 0 Grad – 30 Grad 0 Grad – 21 Grad

Ergebnisse der Patientenaussagen:(nur eindeutige Ergebnisse gewertet)
Männliche Patienten:
Krankengymnastik bringt deutliche Besserung nach durchschnittlich 2,8 KG-Rezepten á zehn Behandlungen bei 8 Patienten (Durchschnittsalter 15 Jahre)
Durchschnittlicher Verbesserungswinkel 4,6 Grad nach 6,4 KG-Rezepten á
Zehn Behandlungen bei 17 Patienten (Durchschnittsalter 20,5 Jahre)
Progredienzanteil: 5 % (1 Patient)

Weibliche Patienten:
Krankengymnastik bringt deutliche Besserung nach durchschnittlich 6,6 KG-Rezepten á zehn Behandlungen bei 5 Patienten (Durchschnittsalter 25 Jahre).Durchschnittlich Verbesserungs-winkel 2,5 Grad nach 9,4 KG-Rezepten á zehn Behandlungen bei 17 Patienten (Durchschnittsalter 20,8 Jahre) Progredienzanteil: 25 % (4 Patientinnen)

Ohne geschlechtsspezifische Trennung:
Durchschnittlicher Verbesserungswinkel 3,6 Grad nach 7,9 KG-Rezepten á zehn
Behandlungen bei 34 Patienten (Durchschnittsalter 20,7 Jahre) Progrediezanteil: 15 %

Osteochondrosen:
Bei den juvenilen Osteochondrosen ergaben sich keine auswertbaren Verbesserung der Kyphosewinkel, es konnte lediglich signifikant Schmerzfreiheit erreicht werden. Anzahl der Patienten: 22

Diskussion:
Auffällig ist eine Verbesserung der Wirbelsäulenseitabweichungswinkel durch krankengymnastische Übungsbehandlung. Männliche Patienten kommen tendenziell schneller zur Korrektur (Motivation?). Eine Schmerzfreiheit ließ sich immer erzielen. Die Behandlungsergebnisse zeigen, dass eine Frühbehandlung bei geringen Seitabweichungen und möglichst jungen Patienten affektiv ist. Die krankengymnastische Behandlungsmethode hat einen festen Stellenwert in der Therapie von Wirbelsäulenformabweichungen und Erlangung von Schmerzfreiheit. Voraussetzung ist jedoch ein längerer Behandlungszeitraum, z.T. im Intervall bis zum Wachstumsabschluss und eine gute Mitarbeit des Patienten (Motivation), sowie Weiterführung der häuslichen Übungsprogramme oder Durchführung alternativer körperlicher Aktivitäten (zwischen den Behandlungszyklen).

Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. med. C.-H. Siemsen, Facharzt für Orthopädie, spezielle Schmerztherapie, Sportmedizin, Westfleth 1, D-21614 Buxtehude

Empfehlungen für Patientinnen mit Brustkrebs

1. Beruf und Haushalt

  • Verletzungen, Überanstrengungen, Hitze und Kälte meiden
  • Vorsicht mit dem Küchenmesser
  • Kein Abwasch mit heissem Wasser
  • Beim Kochen oder Backen Topflappen benutzen
  • Fenster nicht mit geschwollenem oder gefährdetem Arm putzen
  • Keine schweren Einkaufstaschen tragen
  • Armbanduhr auf der gesunden Seite tragen
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2. bei der Kleidung
  • Träger des Büstenhalters dürfen nicht einschneiden! Evtl. BH mit breiten Trägern besorgen


3. Schönheits- und Körperpflege
  • Bei der Nagelpflege den Nagelfalz nicht schneiden. Vorsicht beim Feilen
  • Keine reizenden, allergisierenden Kosmetika verwenden
  • Keine Sauna
  • Kein Sonnenbad
  • Keine knetende Massage des Armes (nur Lymphdrainage)


4. Garten
  • Handschuhe tragen
  • Verletzungen vermeiden (Stacheln, Dornen etc.)


5. Sport
  • Keine abrupten Bewegungen im Schultergürtel
  • Keine Überanstrengungen
  • Keine Verletzungen


6. Ernährung
  • Sollgewicht halten
  • Ausgewogenheit
  • Kochsalzzufuhr einschränken


7. Tagesverlauf 
  • Tags Armstrumpf tragen!
  • In der Nacht ödematösen Arm hochlagern oder bandagieren


8. Urlaub
  • Heisse Regionen meiden


9. beim Arzt
  • Blutdruck nicht auf der betroffenen Seite messen lassen
  • Keine Injektionen auf der betroffenen Seite
  • Kein Blut auf der betroffenen Seite abnehmen lassen


10. weiteres Vorgehen
  • falls der Arm plötzlich anschwillt, sofort Arzt aufsuchen
  • Lymphdrainage für mindestens ½  Jahr

Physiotherapie bei Schleudertrauma

Schwindel, Benommenheit, Verspannungen oder Schmerzen - Das alles können Symptome nach einem Autounfall sein! Der Kopf wird durch den Aufprall unvermutet nach vorn und danach heftig nach hinten geschleudert. In die physiotherapeutische Praxis kommen häufig Patienten, die ein Peitschenschlagphänomen, wie es aufgrund des Unfallvorgangs noch bezeichnet wird, erlitten haben. Wurde früher, auch bei geringen Beschwerden, eine sofortige Ruhigstellung mit einer Halskrause empfohlen, wird nun zu passiver und aktiver Physiotherapie geraten.

Bereits nach leichten Auffahrunfällen kann es zu schwerwiegenden Symptomen kommen. Die Symptome bei einem einfachen Schleudertrauma sind meist Muskelverspannungen der Hals- und Nackenmuskulatur, welche zu Kopf- und Nackenschmerzen führen können. Auch Schwindel und psychische Belastungen sind nicht selten. Häufig halten die Beschwerden länger an und können bei entsprechender Nichtbehandlung chronifizieren. Der Autohersteller Volvo kam in einer überregionalen Studie zu dem Ergebnis, dass 17 Jahre nach der stattgefundenen Schleudertrauma-Verletzung noch 55 % der Verunfallten darunter leiden und 5-8 % unfallbedingt berufsunfähig wurden.

Physiotherapeuten können entsprechenden Symptomen allerdings entgegenwirken. Neuere Studien haben gezeigt, dass eine längere Schonung der Halswirbelsäule, wie es zum Beispiel durch das Tragen einer Halskrause geschieht, die Heilung eher verzögert. Am effektivsten zeigen sich krankengymnastische Übungen unter professioneller Anleitung, mit welchen bereits zeitnah nach dem Verletzungsereignis, nach Absprache mit dem Arzt, begonnen werden sollte. Spezielle Bewegungsübungen sollen helfen, die Muskeln zu entspannen, Muskelgruppen zu kräftigen oder die Muskelausdauer zu verbessern. Quermassage, Manuelle Therapie oder Triggerpunktbehandlungen wirken sich günstig auf die Muskelentspannung aus. Zusätzlich können durch Augenbewegungen reflektorische Kopfbewegungen provoziert werden, die die Muskelaktivität fördern. Zudem sind Bewegungen der Halswirbelsäule, die durch den Physiotherapeuten geführt und unterstützt werden, zu empfehlen.